SOS-Kinderdörfer in Pakistan




  Pakistan ist eins der am dichtesten besiedelten Länder der Welt; die Bevölkerung umfasst ca. 187 Millionen (Juli 2011, Schätzung). Die Hauptstadt Islamabad hat über 900 000 Einwohner.
Die heutige Republik wurde im Jahr 1956 neun Jahre nach der Unabhängigkeit vom Britischen Empire gegründet. Im Jahr 1971 wurde das damalige Ostpakistan zum heutigen Bangladesch. Die Jahrzehnte nach der Teilung waren von einem ständigen Wechsel zwischen diversen Militärdiktaturen und zivilen Regierungen geprägt. Darüber hinaus haben gewaltsame Konflikte sowohl innerhalb des Landes als auch in den benachbarten Ländern die politische und soziale Instabilität noch weiter verschärft. In Pakistan leben zirka 79 Millionen Kinder. Die Jahrzehnte politischer Unruhen und die Folgen der Naturkatastrophen haben sich negativ auf das Leben von Millionen von Kindern ausgewirkt. Allein durch die Überschwemmungen des Jahres 2010 haben schätzungsweise zehn Millionen Kinder ihr Zuhause und ihre Habseligkeiten verloren und seither keinen Zugang mehr zur Gesundheitsversorgung und zum Bildungssystem.

Viele Familien können es sich schlichtweg nicht leisten, ihre Kinder zur Schule zu schicken oder sie von einem Arzt untersuchen oder behandeln zu lassen. Durch die Armut sind viele Kinder zum Arbeiten gezwungen. Oftmals müssen Kinder, die mit ihren Familien in die Stadtgebiete gezogen sind, in den Straßen der Städte arbeiten; sie verkaufen Kleinwaren oder verdingen sich als Schuhputzer.

Nur 63 Prozent der Kinder in Pakistan beenden die Grundschule; die meisten dieser Kinder leben in den Stadtgebieten. Mädchen besuchen oder beenden seltener die Schule als Jungen und ihre Bildung leidet zusätzlich unter frühzeitiger Eheschließung. Vor den Überschwemmungen des Jahres 2010 wurde schätzungsweise ein Drittel aller Mädchen vor Erreichen des 18. Lebensjahres verheiratet. Man geht davon aus, dass diese Zahl nach den Überflutungen noch weiter gestiegen ist.
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